Thomas Beckmann

Thomas Beckmann

Ich wurde 1957 in Düsseldorf geboren. Unsere Familie war sehr musikalisch. Mit zwölf Jahren hörte ich zum ersten Mal ein Cello.
Dieser tiefe, wohlige Klang ging mir direkt ans Herz.
Ich dachte: "Dieses Gefühl werden auch die anderen Menschen haben, wenn sie es hören." Von diesem Moment an hatte ich nur ein Ziel: Ich wollte die Menschen mit dem warmen Ton des Cellos verzaubern. Die ersten Jahre waren für mich sehr mühsam und ich musste viele Stunden üben, doch ich hatte immer mein Ziel vor Augen. Nebenbei trieb ich viel Sport, denn das Cellospielen verlangt Kraft.
Während ich studierte, hatte ich ein eigenes Zimmer. Dort habe ich im Winter obdachlose Menschen' bei mir schlafen lassen, weil sie mir Leid taten.
Nach meinem Studium fing ich an, Konzerte zu geben und meine erste Schallplatte zu veröffentlichen. Diese Schallplatte wurde nach einem Jahr die erfolgreichste Celloplatte der Welt.
Meine Heimatstadt ehrte mich, indem sie mir eine Wohnung in der Düsseldorfer Altstadt zur Verfügung stellte. Während dieser Zeit konnte ich beobachten, wie viele Menschen auf der Straßen liegen und keine Wohnung haben. Die Besucher der Altstadt sitzen im Winter in den Restaurants und schauen aus dem Fenster. Sie essen und trinken gut gelaunt, obwohl die armen Menschen draußen erfrieren. Deshalb sammelte ich Geld, um diesen obdachlosen Menschen Schlafsäcke kaufen zu können.

Nach einem schweren Autounfall beschloss ich, in ganz Deutschland für obdachlose Menschen Geld zu sammeln. Ich nannte diese Aktion GEMEINSAM GEGEN KÄLTE. Ich gab in allen großen deutschen Städten Konzerte und das Geld, das ich dabei verdiente, gab ich den Obdachlosen. Mein Cello ist meine Waffe im Kampf gegen die Winterkälte und gegen die Kälte in den Herzen der Menschen. Mein Cello ist mein Freund. Es lässt mich nie im Stich, auch wenn ich einmal müde bin. Dieses Cello gehörte früher einem Pariser Bettler. Weil es so schön klingt, wollte er es zuerst nicht verkaufen. Zu seiner Ehre trägt das Cello heute noch den Namen "Il Mendicante", das heißt "Der Bettler".