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Aktionen
gegen die Gleichgültigkeit
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Der
Cellist Thomas Beckmann startet eine bundesweite Hilfsaktion für
Obdachlose Jetzt wagt Beckmann
die erste bundesweite Hilfsaktion für Obdachlose. Auf über
50000 Großflächenplakaten appelliert er ab Anfang Dezember
an das soziale Gewis-sen. In rund 25 großen Städten, von
Aachen bis Leipzig, von München bis Hamburg, treten Projektgruppen
in Aktion und sammeln Spenden für jeweils ganz konkrete, wohl überlegte
Projekte. Ab Ende Januar dann geht der Künstler auf Tournee und
gibt überall Wohltätigkeits-"Konzerte gegen Kälte".
Auf dem Programm stehen drei Solo-Cellosuiten von Johann Sebastian Bach.
Bei allem Kampagnenfieber:
Thomas Beckmann strahlt eine bemerkenswerte Ruhe aus. Es scheint dieselbe
Ruhe zu sein, aus der, wie einmal ein Konzertkritiker bemerkte, die Überzeugungskraft
seines Cellospiels kommt. Immer wieder lenkt der Düsseldorfer das
Gespräch auf den Kern seines Anliegens zurück: dass die Obdachlosen
unbürokratische Hilfe brauchen. Dass die Gesellschaft nicht weggucken
darf. Dass Solidarität geübt werden muss, wenn wir nicht endgültig
in die Verrohung abgleiten wollen. Über das verbreitete Gerede von den "Pennern", die ja "selber schuld" seien, kann Thomas Beckmann nur den Kopf schütteln. Natürlich sieht auch er, dass die Zahl der Alkoholisierten wächst. Das ist für ihn aber erst recht Anlass zu fragen: Warum geraten die Leute in diese Lage? "Selbst wenn sie vom Alkohol runter wären", betont Beckmann, "würden sie ja trotzdem keine Arbeit kriegen, bei vier Millionen Arbeitslosen." Hinter der heftigen Ablehnung, die den Gestrauchelten entgegenschlägt, steckt für Beckmann die Angst vieler "Normalbürger", selbst abzugleiten und so zu enden. [...] Es müsse dringend ein "Ruck durch die Gesellschaft" gehen, schrieb der engagierte Musiker Beckmann an den Bundespräsidenten, als er ihm im Herbst die Schirmherrschaft über sein Hilfsprojekt antrug. "Zu erwarten, dass die praktische Politik diese tief greifende Sinnkrise alleine meistern könne, hieße, sie zu überfordern", fuhr Beckmann in dem Schreiben fort. "Es ist notwendig, mit allen Kräften darauf hinzuwirken, dass eine immer ängstlicher werdende Öffentlichkeit sich auf die immensen Kräfte besinnt, die ein solidarisches Kollektiv freisetzen könnte. Hierzu möchte GEMEINSAM GEGEN KÄLTE mit seinen Aktionen einen Mosaikstein hinzufügen." |